Verführerischer Trend: Die stillen Gefahren des Vapings
Übersetzt von Sorosh Rai aus Al Hakam
Vaping wird jährlich beliebter unter Jugendlichen. Schon im jungen Alter konsumieren Jungs und Mädchen regelmäßig den Dampf aus der kleinen, schick aussehenden, Tube. Jedoch sind einigen Jugendlichen die Gefahren, die in der, auf den ersten Blick harmlosen, Tube stecken, gar nicht bewusst.
Einigen Studien zufolge konsumieren bis zu 16 Prozent der Jungs und 9 Prozent der Mädchen, zwischen 12 und 18 Jahren, E-Zigaretten. Einige dieser Jugendlichen tun dies regelmäßig. Doch was sind die häufigsten Gründe, die Junge Menschen Vapen lassen?
Das Konsumieren dieser E-Zigaretten ist oft Ergebnis von Gruppenzwang und der Wille, in der Gesellschaft angenommen und gut angesehen zu werden.
Zudem sind Werbungen für E-Zigaretten in Deutschland weitverbreitet und öfters ansprechend gestaltet. Prominente lassen sich häufig auf solchen Werbungen wiederfinden. Jugendliche, welche sich solche als Vorbild nehmen, neigen eher dazu auch nach solch einer Tube zu greifen. Statistiken zufolge macht die E-Zigaretten Lobby-Umsätze in Hunderten von Millionen Euros.
Laura Crotty Alexander’s Recherchen
Eine bekannte Professorin für Medizin, Crotty Alexander, an der Universität von Kalifornien, in San Diego, führt seit 2013 Experimente mit E-Zigaretten durch und kam zu dem Schluss, dass jemand, der dampft, auf eine bakterielle Lungenentzündung wahrscheinlich schwerer reagieren würde als jemand, der nicht dampft.
Weiterführend beschreibt die Professorin, dass Komplikationen in solchen Krankheiten, für den Patienten, als auch für seine Ärzte, sehr belastend sein können. Demnach sollten die Menschen es ernst nehmen die Gefahren zu erkennen, bevor es zu spät sei. Ihre Studien lassen sich anhand einiger weiterer Versuche und Untersuchungen von anderen Forschern belegen:
Versuch an junge Mäuse und Ergebnisse
Die Forscherin namens Carolyn Bagole, und ihr Team stellten zwei Untersuchungen auf. Die erste zeigt, wie 8 bis 12 Wochen alte Mäuse durch das Vaping beeinträchtigt wurden, als sie über einen Zeitraum von 4 Wochen dreimal täglich dem ausgesetzt waren. Sie bekamen Juul-Pods, welche eine beliebte Vape-Marke ist. Da ein Juul-Pod fast einer 20er-Packung Zigaretten entspricht, sagte sie, dass Vape-Produkte die Gesundheit von Kindern gefährden und sie auch anderen Arten von Abhängigkeiten aussetzen.
Versuch an männliche und weibliche Mäuse auf regelmäßiger Basis
Die zweite von den beiden Studien zum Thema Vaping, die Bagloles Team in weniger als einem Jahr veröffentlicht hat, versucht, die Exposition des Menschen nachzuahmen, indem sie männliche und weibliche Mäuse dem Juul-Dampf aussetzt. Die Mäuse wurden in Hotboxen untergebracht, wobei eine Gruppe vier Wochen lang drei 20-minütige Züge pro Tag, mit Juul-Dampf, ausgesetzt war. Sie erhielten einen Zug pro Minute, wobei zwischen den einzelnen Sitzungen etwa drei Stunden lagen – eine Routine, die die Gewohnheiten von leichten und mäßigen Juul-Konsumenten nachahmen sollte. Außerdem gab es zwei Kontrollgruppen, die entweder einer Kontrollflüssigkeit oder normaler Raumluft ausgesetzt waren, um festzustellen, ob die Veränderungen wirklich von Juul verursacht wurden.
Die Studie des Teams unterstützt die wenigen bereits durchgeführten Untersuchungen am Menschen und zeigt, dass selbst eine geringe, wiederholte Exposition gegenüber Dampfrauch die Lunge auf zellulärer und molekularer Ebene beeinträchtigen kann. „Selbst wenn wir keine massiven Schäden an der Lunge feststellen, sehen wir doch erhebliche Veränderungen, die auf zukünftige Schäden hindeuten könnten“, sagt Baglole.
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie war eine Zunahme der neutrophilen Granulozyten in der Lunge der Mäuse, d. h. der weißen Blutkörperchen, die Infektionen abwehren. Das bedeutet, dass das Vaping den Körper anfälliger für die Entwicklung von Entzündungs- oder Autoimmunerkrankungen wie Lungenfibrose oder Lupus macht und dass Vaping ein höheres Risiko für chronische Lungenerkrankungen oder bestimmte Lungenkrebsarten zufolge hat.
Islamische Sicht
Den Genuss, den man für eine kurze Zeit durch das Vapen hat, mag verführerisch sein. Jedoch sollte sich jeder, der sich diesem Konsum nährt, sich die Frage stellen, was und wie viele Risiken mit dem Genuss verbunden sind. Auch der Islam rät deutlich davon ab, Sachen zu konsumieren, welche mehr Schaden als Nutzen mit sich bringen. Wir finden etliche Stellen im Heiligen Qur’an, welche dieses Abraten bestärken. In der zweiten Sura des Heiligen Qur’an im Vers 220 sagt Allah im Kontext von Genussmitteln wie Wein und Glücksspiel, dass in beiden großes Übel, sowie Nutzen ist. Jedoch überwiegt das Übel dem Nutzen, weshalb die Muslime sich von solchem fernhalten sollen. Da Rauchen jeder Art auch als Genussmittel gilt, trifft diese Regel auch auf das Vapen.
Rauchen oder Vapen wurde nicht namentlich erwähnt, jedoch hat Allah die Formel für gut und böse beim Konsum vorgegeben. Demnach rät der Islam vom Vapen ab.
Eine weitere Stelle im Heiligen Qur’an, Sura 5 Vers 5, beschreibt, dass Allah den Menschen alles erlaubt hat, welches gut für die Menschen ist. Im Gegenzug würde dies bedeuten, dass Allah die Menschen davon abrät, schlechte Dinge zu konsumieren. Die Definition für Gut und Schlecht wurde in dem zuvor angeführten Vers klar beschrieben. Desweiteren, führt der nächste Vers in derselben Sura (5:6), dasselbe Prinzip an, dass alle guten Dinge dem Menschen erlaubt sind. Dementsprechend sollte sich ein guter Muslim an dem Prinzip des Messens, ob etwas islamisch korrekt ist oder nicht, halten und demnach handeln.
Das Vapen hat deutlich, wie in den angeführten Studien bewiesen, mehr Schaden als Nutzen für den Menschen. Deshalb sollte man sich dem Vapen fernhalten.
Alles auf einem Blick
Es wurden einige Argumente geliefert, dass Vaping wahrlich eine Gefahr für Jugendliche ist. Die Forscherin Crotty Alexander belegt dies mit ihren Experimenten, die sie seit einigen Jahren anstellt, und kommt zu dem Schluss, dass Vaping die Anfälligkeit für Lungenkrankheiten erhöht und diese maßgeblich verschlechtert. Über dies hinaus, wurden einige weitere Forschungen von der Forscherin Carolyne Baglole angestellt, welche sich mit den Effekten auf Kinder und deren Entwicklung befassten. Außerdem forschte sie an den Effekten von Vaping an männlichen und weiblichen Mäusen. Sie hat die Schlussfolgerung gezogen, dass Vaping in jungen Jahren Veränderungen im Blut vornimmt und das Immunsystem somit schwächt und anfälliger für chronische Lungenkrankheiten macht. Hinzukommend sagt die islamische Lehre ebenfalls, dass man sich vom Vapen fernhalten sollte und dass man vor allem, was man konsumiert, recherchieren sollte, ob es mehr Vorteile oder mehr Nachteile mit sich bringt. Die Jugend sollte sich dementsprechend vor dem Unheil, welches im Körper, durch das Inhalieren des Dampfes aus einer hübschen Tube entsteht, entziehen. Die Gefahren für die Gesundheit können erheblich sein und nicht nur die aktuelle, sondern auch die künftige Gesundheit in ein Risiko bringen.
Quellen
E-Zigaretten – Konsumprävalenz unter Jugendlichen bis 2019 | Statista
Sie fragen dich über Wein und Glücksspiel. Sprich: „In beiden ist großes Übel und auch Nutzen für die Menschen; doch ihr Übel ist größer als ihr Nutzen.“ Und sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: „(Gebt, was ihr) entbehren (könnt).“ So macht Allah euch die Gebote klar, auf dass ihr nachdenkt, (2:220)
Sie fragen dich, was ihnen erlaubt sei. Sprich: „Alle guten Dinge sind euch erlaubt; und was ihr Tiere und Raubvögel gelehrt habt (für euch zu fangen), indem ihr (sie) zur Jagd abrichtet und sie lehret, was Allah euch gelehrt hat. Also esset von dem, was sie für euch fangen, und sprechet Allahs Namen darüber aus. Und fürchtet Allah, denn Allah ist schnell im Abrechnen.“ (5:5)
Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und keusche Frauen der Gläubigen und keusche Frauen derer, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen ihre Morgengabe gebt, nur in richtiger Ehe und nicht in Unzucht, noch dass ihr heimlich Buhlweiber nehmt. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist ohne Zweifel zunichte geworden, und im Jenseits wird er unter den Verlierenden sein. (5:6)