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Ein Gedicht: Wenn du willst

Von Nayyar Sheikh

Kann nach vorne schreiten, wenn du willst

Kann auch stehen bleiben, wenn du willst

Sag mir jeden Dienst, denn alle Dienste

Will ich dir erweisen, wenn du willst

Nie hast du‘s verlangt, doch bringe dir die

Früchte von den Zweigen, wenn du willst

Willst du Sterne, hol ich Mond und Sonne

reichen dir die beiden, wenn du willst?

Les‘ dir jeden Wunsch von‘n Lippen ab

Red’ mit einem Zeichen, wenn du willst

Nimm, was mein ist, ist nicht meins, nur deins

Kann es dir beweisen, wenn du willst

seit mein Auge dich im Licht erblickte

will es einfach weinen, wenn du willst

Ich ertrag nicht einen Dornenstich in dir

gib mir deine Leiden, wenn du willst

willst du auch mein Leben, musst du‘s sagen

ohne Schwierigkeiten, wenn du willst

Eine Hand im Regen voller Pfeile

Schütze dich mit beiden, wenn du willst

Geb‘ um deinetwillen Blut und Tintewerd’ Geschichte schreiben, wenn du willst

Übereignet hab ich mich für dich

Kannst mich auch vertreiben, wenn du willst

Dir zuliebe trage ich die Ferne

Könnte dich erreichen, wenn du willst

sei ich auch weitab im fernsten Orte

Ruf, ich werd erscheinen, wenn du willst

Sag, ich soll vergeben, dann vergeb ich

meinen ärgsten Feinden, wenn du willst

Welche Götzen soll ich noch zerschmettern?

Große sowie kleine, wenn du willst

Glänzen will ich stets, durch dich, für dich

Sternengleich erscheinen, wenn du willst

Hinter dir alleine will ich mich vor

Gottes Thron verneigen, wenn du willst

Hindernisse legen sie — Paläste

bau ich dir aus Steinen, wenn du willst

Sie verwechseln Schweigsamkeit mit Schwäche

Bringe sie zum Schweigen, wenn du willst:

Wär nicht deine Güte, könnt’ ich Feinde

in der Luft zerreißen, wenn du willst

doch dein Herz erbarmt sich aller Wesen

Gott mag Herzen weiten, wenn du willst

Du alleine einst uns, also wirf es:

Will das Seil ergreifen, wenn du willst

Heb die Hand an, allesamt dann folgen

Kleine sowie Greise, wenn du willst

Deine Hand: die Güte eines Vaters

Balsam dieser Waise, wenn du willst

Mief durchzieht die Welt, so solltest du jetzt

Deinen Duft verbreiten, wenn du willst

Diesseitsliebe ist in dir erkaltet

Jenseitsliebe teilend, wenn du willst

Krank von dieser Welt, so hab Erbarmen

Bitte lass mich heilen, wenn du willst

Viel zu kurz der Augenblick der Freude

Bleib doch eine Weile, wenn du willst

Preis, den willst du nie — ich kann nicht geizen

Kann dich nicht nur preisen, wenn du willst

Unnachahmlich deine Lichterstrahlen

Niemand kann dir gleichen, wenn du willst

Bis ans Ende meiner Zeiten werd ich

Zeilen für dich schreiben, wenn du willst

Es vergeh‘n Geliebte und dann wir

Gott, du magst uns einen, wenn Du willst

Hoch erhaben Gott, der Seelen bindet

Gott, du wirst uns leiten, wenn Du willst