Ein khadim erzählt: Kraft des Gebets

Autor: Anonym

Alhamdulillah, durch die Gnade Allahs habe ich die Möglichkeit, an Tabligh-Ständen teilzunehmen. Dort begegnen mir immer wieder Atheisten oder Agnostiker, die nicht an Gott glauben oder keine klare Vorstellung von Ihm haben. Viele Argumente und Beweise lassen sich vorbringen, doch der Verheißene Messias (AS) lehrt, dass dadurch keine vollständige Gewissheit entsteht. Diese Gewissheit kommt erst durch eine persönliche Erfahrung bzw. eine Begegnung mit Gott.

Hadhrat Masih-e Maud (AS) beschreibt zwei Wege, die Existenz Gottes zu erkennen:

Der erste: „Es sollte einen Gott geben.“
Die rationalen oder intellektuellen Argumente sind solche, bei denen die Sicht des Verstandes nur bis zum Punkt „es sollte einen Gott geben“ reicht. Mit diesem Argument des menschlichen Verstandes kommt man zu dem Schluss, dass es einen Schöpfer und Herrscher dieses Universums geben sollte. Dieses Argument kann uns aber keine vollkommene Zufriedenheit geben.

Der zweite: „Es gibt einen Gott.“
Die Argumente, welche auf Erfahrungen und Beobachtungen basieren und auf Aussagen Gottes, die Er Seinen rechtschaffenen Dienern offenbart, und die so voller göttlicher Zeichen sind, dass kein Irrtum mehr möglich ist, ja, durch welche bewiesen wird, dass es einen Gott gibt.

(Quelle: Entnommen aus: Chašma-e maʿrifat, Rūḥānī ḫazāʾin Band 23, Seite: 179 Fußnote.)

Viele Menschen gehen von vornherein davon aus, dass es keinen Gott gibt, oft weil ihnen ein echter Zugang fehlt oder Umstände sie davon entfernt haben. Gerade solchen Menschen erkläre ich: Wie bei einem mathematischen Äquivalenzbeweis müssen beide Seiten geprüft werden. Eine Behauptung ohne Überprüfung der anderen Seite bleibt unvollständig.

Deshalb stelle ich oft die Frage: Wurde jemals wirklich nach Gott gesucht? Meine Antwort lautet: Sucht nach Gott, versucht Ihn zu finden – dann wird Gott antworten. Und ich bin überzeugt: Gott antwortet. Diese Aussage bringt viele zum Nachdenken, denn die Suche nach Gott kostet nichts.

Wenn eine solche Erfahrung geschieht, kommen Tränen. Aus einem ersten Glauben wächst mit der Zeit eine feste Gewissheit. Genau eine solche Erfahrung durfte ich selbst machen.

Ich bin angehender Lehrer und hatte Alhamdulillah die Möglichkeit, an verschiedenen Schulen als Vertretungslehrer zu arbeiten. Im März 2025 begann ich an einem Gymnasium zu arbeiten, etwa zehn Minuten von meinem Wohnort entfernt, da ein Lehrer krankheitsbedingt ausgefallen war. Genau an dieser Schule wollte ich schon lange arbeiten und das Angebot kam sogar von dort selbst. Zudem wurde mir in Aussicht gestellt, mein Referendariat dort zu absolvieren und möglicherweise übernommen zu werden.

Ich startete mit wenigen Stunden und übernahm nach und nach mehr Unterricht. Bis zu den Sommerferien lief alles sehr gut, und meine Stunden wurden erhöht. Es wurde mir sogar zugesichert, dass ich nach den Sommerferien bleiben und eigene Klassen in Mathematik und Physik übernehmen könnte.

Nach den Sommerferien begann ich erneut, fiel jedoch kurzzeitig aus. Die Schule, die Schüler und die Kollegen wuchsen mir sehr ans Herz, und auch der stellvertretende Schulleiter unterstützte mich stark.

Kurz vor den Herbstferien erhielt ich dann die Nachricht von der Schulleiterin, dass ich nach dem Halbjahr nicht weiter beschäftigt werde. Das traf mich sehr. Diese Stelle war in jeder Hinsicht ideal – Nähe, Kollegen und Arbeitsatmosphäre. Ich war traurig, doch tief in meinem Herzen bestand weiterhin der Wunsch zu bleiben. Der stellvertretende Schulleiter riet mir, abzuwarten und geduldig zu sein. In dieser Situation wurde mir eines ganz klar: Nur Allah Ta’ala kann mir wirklich helfen. Unabhängig davon, wie hart die Worte waren – für uns Gläubige bleibt die stärkste Waffe das Gebet.

Ich begann intensiv zu beten und schrieb zusätzlich einen Brief an Pyare Huzoor (ABA).

Einige Zeit später fand eine Feueralarmprobe statt. Gemeinsam mit meiner DaZ-Klasse ging ich mich zum Sammelpunkt. Seit dem Gespräch mit der Schulleiterin war bereits etwas Zeit vergangen. Nachdem alles überprüft worden war, machten wir uns auf den Rückweg zum Gebäude, um anschließend in die Pause zu gehen.

In diesem Moment sprach mich von hinten die Schulleiterin plötzlich an. Zunächst war ich verwirrt und innerlich noch immer sehr getroffen. Sie erkundigte sich danach, wie es mir gehe, da ich einige Tage krank gewesen war. Ich antwortete kurz.

Dann sagte sie unerwartet, dass sie mir doch einen Vertrag bis zu den Sommerferien geben möchte.

Beim Hören dieser Worte erfüllte mich eine tiefe Dankbarkeit. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Trotz Gebeten und dem Brief hatte ich mich innerlich bereits fast damit abgefunden, diese Stelle zu verlassen.

Dieser Satz traf mich direkt ins Herz. Meine Augen wurden sofort feucht. Nach dem Gespräch ging ich in einen leeren Klassenraum und begann zu weinen.

Es waren Tränen, die nicht aufhörten – Tränen der Dankbarkeit, der Freude und der Gewissheit, dass es einen Gott gibt, der zuhört und antwortet.

In diesem Moment blieb nur ein Gedanke: Alhamdulillah, Alhamdulillah, Alhamdulillah.
Aller Preis gebührt Allah, dem Perfekten. Möge Allah Tala uns allen solche Erfahrungen schenken, damit unser Imaan wächst, wir Ihm näherkommen und Seine Liebe erlangen können. Amin Sum Amin.