Feuerwerk, Konsum, Euphorie: Gedanken zum Jahreswechsel
Autor: Khaqan Ahmad
Wir alle kennen diese Videos: Menschen, die in den letzten Tagen des Jahres vor den Supermärkten anstehen, teilweise hunderte Euro ausgeben und Feuerwerk kaufen für wenige Minuten Spaß an Neujahr. Der Tag danach, die Straßen voller Müll, dichter Rauch hängt in der Luft und die Frage: was bleibt? Ein kurzer Moment der Euphorie, dem oft Leere folgt.

Studien zeigen, dass der Januar ein Monat ist, der geprägt ist von mentalen Herausforderungen für viele Menschen. Neujahrsvorsätze, oft im großen Enthusiasmus gefasst, werden nicht selten in den ersten Wochen des neuen Jahres bereits wieder gebrochen. Nach Wochen voller Konsum, Materialismus und Reizüberflutung fühlen sich viele zu Beginn des neuen Jahres innerlich ausgelaugt und orientierungslos. Alarmierend ist dabei auch, dass im letzten Jahr die Suizidrate im Januar am höchsten war. Diese Realität bringt zum Nachdenken und es stellt sich logischerweise die Frage, ob es einen besseren Weg gibt, einen gesünderen, um in das neue Jahr zu starten.
Unser geliebter Khalif, Hadhrat Khalifatul Masih V (ABA), hat zu mehreren Gelegenheiten eine Alternative aufgezeigt. So sagte Hudhur (ABA) in seiner Freitagsansprache vom 31. Dezember 2021:
„Beten Sie sehr viel. Betreten Sie das neue Jahr mit Gebeten. Schenken Sie dem Tahajjud-Gebet besondere Beachtung. In einigen Moscheen wird dies organisiert. Wo dies ansonsten nicht der Fall ist, sollte es getan werden. Wenn nicht in Gemeinschaft, dann sollte individuell und in den Häusern das Tahajjud-Gebet besonders verrichtet werden, und gebetet werden.“
In seiner Ansprache vom 30. Dezember 2016 hat Hudhur (ABA) uns dazu aufgefordert, uns in Selbstreflexion zu üben:
„Die Würde eines Gläubigen ist es, dass er sich nicht nur vor diesen eitlen Dingen schützt und seine Abneigung gegen diese zum Ausdruck bringt, sondern auch sich selbst prüft und nachdenkt: In seinem Leben ist ein Jahr gekommen und vergangen – was hat es uns gegeben und was hat es von uns genommen? Was haben wir in diesem Jahr erlangt, und was haben wir verloren?“
Wir Ahmadis sind gesegnet, dass wir an den Verheißenen Messias (AS) glauben, der uns die wahren Lehren des Islam und des Heiligen Propheten (SAW) nahegebracht hat. Vor diesen Lehren sollten wir uns fragen: Haben wir das vergangene Jahr so verbracht, wie Allah es von uns verlangt? Was waren unsere Stärken und was unsere Schwächen? Welche guten Angewohnheiten sollten wir beibehalten, welche Verhaltensweisen möchten wir bewusst überdenken und in unserem Leben verändern?
Liebe Brüder, durch die Gnade Allahs haben wir alle die Möglichkeit, in unseren Moscheen und Gebetszentren an Neujahr das Tahajjud-Gebet zu verrichten und danach auf den Straßen den Silvestermüll der vergangenen Nacht zu säubern. Wir haben alle das Ehad (Eid) geschworen, dass wir bereit sein werden, unser Leben, unser Eigentum, unsere Zeit und unsere Ehre für unseren Glauben, unsere Gemeinschaft und unsere Nation zu opfern. Welche bessere Möglichkeit gibt es, in das neue Jahr zu starten, als schon in den frühen Morgenstunden des neuen Jahres Allahs zu gedenken und dann diesem starken Ehad Taten folgen zu lassen?
Möge Allah uns allen die Möglichkeit geben, gesund und voller Segnungen in das neue Jahr zu starten, unsere Schwächen zu überwinden und unser Leben nach Allahs Wohlgefallen auszurichten. Ameen.